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Agile Methoden - Was steckt überhaupt dahinter und sind sie sinnvoll?

22.04.2020
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Agilität ist in den letzten Jahren immer mehr zu einem Trendbegriff geworden. In jedem Management-Ratgeber steht geschrieben, dass es wichtig ist mit agilen Methoden zu arbeiten und die eigene Organisation agiler aufzustellen. In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit den bekanntesten agilen Methoden Design Thinking, Lean Startup sowie Scrum, die man zu unterschiedlichen Zwecken nutzen kann.


Im Liquam Blogcast stellen wir unsere Blogbeiträge als vertonte Fassung „to-go“ zur Verfügung.
Der Blogcast ist verfügbar bei: Soundcloud, iTunes und Spotify.

 

Definition

Gleichbleibende Herausforderungen können mit bewährten, festgelegten Strategien, Strukturen oder Prozessen bewältigt werden. Die Ziele werden entsprechend vom Management top-down zur Umsetzung weitergegeben.

Die Bewältigung von unbekannten Herausforderungen in einem sich schnell verändernden Umfeld setzt dagegen ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit voraus.

Agilität und Flexibilität beschreiben beide die Anpassungsfähigkeit. Der Unterschied zwischen Flexibilität und Agilität liegt in der Art der Anpassung. Während Flexibilität reaktive Anpassung bedeutet, beschreibt Agilität die proaktive Anpassung.

Somit könnte man Agilität als höchste Form der Anpassungsfähigkeit benennen. Dies impliziert nicht nur das Reagieren auf Veränderung, sondern eigene Innovation sowie kontinuierliches Lernen.

Warum Agile Methoden?

In einer sich ständig wandelnden Welt, aufgrund von neuen Technologien, Geschäftsmodellen und Marktakteuren, ist es wichtig sich schnell auf neue Veränderungen einzustellen.

Dieser stetige Wandel wird oft auch mit dem Akronym VUCA (mehr dazu: VUCA und Digitalisierung) beschrieben.

VUCA steht hierbei für:
  • V = Volatility (Volatilität, Flüchtigkeit)
  • U = Uncertainty (Ungewissheit, Unsicherheit)
  • C = Complexity (Komplexität, Vielschichtigkeit)
  • A = Ambiguity (Ambiguität, Mehrdeutigkeit)

Niemand kann voraus sagen, welche Märkte, Wettbewerber oder Technologien sich in Zukunft durchsetzen. Es ist nur gewiss, dass es ständige Veränderung gibt. Somit wird Agilität zum wichtigen Baustein, um bestmöglich auf Veränderung reagieren zu können.

Die wohl bekanntesten agilen Methoden sind Design Thinking, Lean Startup und Scrum.

Design Thinking

Mithilfe von Design Thinking lässt sich der Anfang einer Produktentwicklung bzw. einer groben Idee für ein Produkt begleiten. Es liegt die Annahme zugrunde, dass Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten in einem kreativen Raum zusammenkommen, gemeinsam entsprechende Fragestellungen entwickeln, welche die unterschiedlichen Bedürfnisse berücksichtigen und anschließend Konzepte entwickeln, die mehrmals auf den Prüfstand gestellt werden.

Als Vorlage für Design Thinking dient die Arbeit von Designern, die eine Symbiose aus Verstehen, Beobachtung, Ideenfindung, Verfeinerung, Ausführung und Lernen skizzieren.

 

Design_Thinking

Abbildung: Design Thinking

Lean Startup

Lean Startup dient als Ansatz für Unternehmensgründungen sowie zur Umsetzung von neuen Geschäftsideen. Der Fokus liegt hier auf schlanken Prozessen, mit denen ein MVP (Minimal Viable Product) geschaffen und das Testen direkt am Kunden ermöglicht wird. Schnell können, durch das Lernen aus Kundenfeedbacks, Rückschlüsse für die Produktentwicklung gezogen werden. Wortwörtlich soll „schlank“ (lean) - kostengünstig - die Tauglichkeit einer Idee bzw. eines neuen Produktes getestet werden.

Der Build-Measure-Learn-Prozess beschreibt die kontinuierliche Vorgehensweise von Lean Startup.

Lean-Startup

Abbildung: Lean Startup

Scrum

Ursprünglich kommt Scrum aus der Softwareentwicklung und wird mittlerweile auch in anderen Bereichen und Branchen genutzt. Scrum ist entstanden, da herkömmliche Produktentwicklungen oft in längeren Zyklen, von bspw. zwei Monaten, stattgefunden hat. In dieser Zeit haben die Mitarbeiter verschiedene Problemstellungen festgestellt und die Ausarbeitungen haben oftmals nicht mehr zusammengepasst. Vor allem im Softwarebereich entstehen, während der Entwicklungsphase, kundenseitig neue Wünsche, auf die man effektiv reagieren möchte.

Für diese Problemstellung galt es eine Methode zu entwickeln.

SCRUM

Abbildung: Scrum

Einsatzmöglichkeiten agiler Methoden

Anhand der Kurzbeschreibungen von den jeweiligen agilen Methoden lässt sich erkennen, dass die Einsatzmöglichkeiten vielfältig sind. Dennoch möchten wir einen kleinen Einblick, in die Einsatzmöglichkeiten, geben.

Als Beispiel nehmen wir die Entwicklung eines neuen Produktes:
 
Ideenfindung mit Design Thinking

Wenn noch keine konkrete Idee besteht, dann ist Design Thinking eine gute Methode, um einen offenen Prozess zur Ideenfindung zu starten.

Produktentwicklung mit Lean Startup
Sobald die Idee vorhanden ist, wird mithilfe von Lean Startup ein Minimal Viable Product erstellt.

Weiterentwicklung mit Scrum
Mit Scrum wird das neue Produkt weiterentwickelt und schrittweise optimiert bzw. angepasst.

Fazit

Es gibt nicht DIE agile Methode, die allen anderen deutlich überlegen ist. Jedes Projekt bzw. jedes Unternehmen hat ein anderes Ziel und auch einen unterschiedlichen Background. Ein Konzern oder eine öffentliche Verwaltung haben ganz klare Richtlinien für Projektvergaben und sind häufig an feste Budgets gebunden. Hier müssen also andere Methoden angewandt oder sogar entwickelt werden. Eine Kombination von verschiedenen Methoden ist immer denkbar.

Unabhängig von den unterschiedlichen Methoden spielt jeder Einzelne eine Rolle. Die besten Konzepte können schnell durch die falschen Mitarbeiter zerstört werden. Daher ist es wichtig, dass die gesamte Belegschaft abgeholt wird und Agilität in die DNA der Mitarbeiter übergeht. 

Kontaktieren Sie uns gerne, um weitere Informationen zu erhalten oder wenn Sie sich dazu unverbindlich mit uns unterhalten wollen.

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Tobias Wulf

Consultant bei der Liquam GmbH

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