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What about digital?

Arbeit 4.0 - mehr als Homeoffice

JL
21.10.2020
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Im Kern beschreibt Arbeit 4.0 ein Konzept, das den Wandel zur Wissensgesellschaft mit Blick auf die Zukunft der Arbeit eingrenzen soll. Wie zum Beispiel im Grünbuch Arbeit 4.0 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ersichtlich ist, lässt sich diese Zukunft in keine endgültige Definition pressen.

 

Im Liquam Blogcast stellen wir unsere Blogbeiträge als vertonte Fassung „to-go“ zur Verfügung. Der Blogcast ist verfügbar bei: SoundcloudiTunes und Spotify.

 

Denn die Arbeit der Zukunft, wie es auch dort heißt, wird immer flexibler, immer durchlässiger und vernetzter. Und das in einer Geschwindigkeit, die Unternehmen dazu zwingt, vorausschauend zu handeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Der Begriff Arbeit 4.0 ist untrennbar mit der Digitalisierung der Lebens- und Arbeitswelten verbunden. Im Kern geht es darum, dass sich die Arbeitsabläufe und -strukturen in allen Branchen mehr und mehr den Veränderungen anpassen müssen, die das digitale Leben bestimmen.

 

Unterschied zu New Work

Obwohl der Begriff “New Work” oft als Synonym für “Arbeit 4.0” eingesetzt wird, sind doch einige Unterschiede in den Ansätzen feststellbar. Im ersteren Fall können wohl eher die sich verändernden, menschlichen Komponenten neuer Arbeitskonzepte zusammengefasst werden.

Hier steht vor allem das Gemeinsame Arbeiten auf Augenhöhe sowie die individuelle Verwirklichung im Vordergrund.

Arbeit 4.0 stellt Veränderungen aus Unternehmersicht mehr in den Vordergrund. Die ausgelösten Wandel durch die Digitalisierung, Virtualisierung und andere, technische Fortschritte und die jeweiligen Reaktionen entsprechender Firmen sind ein wesentlicher Aspekt jener Diskussion. “Industrie 4.0” wird von gemeinnützigen Institutionen als Synonym eingesetzt.

Zusammenfassend bedeutet dies:

Arbeiten 4.0“ beschreibt eine grundlegende Transformation der Arbeitswelt, hervorgerufen oder zumindest begünstigt durch Digitalisierung, Konnektivität, Globalisierung und den demographischen Wandel.

New Work“ hingegen betrachtet vor allem Werte, Haltungen und Menschenbilder, um die Zukunft von Arbeit erfolgreich zu gestalten. Primär geht es um Sinnstiftung, Arbeiten auf Augenhöhe, den kulturellen Wandel und neue Führungskonzepte. Die Mitarbeiter als Motor einer Organisation stehen im Mittelpunkt sämtlicher Entscheidungen.

Die dadurch entstehenden Vorteile sind:

  • Vereinfachung und Automatisierung von Arbeitsabläufen
  • räumlich unabhängiges Arbeiten 
  • Steigerung der Arbeitszufriedenheit 
  • Arbeiten in Teams wird durch Online-Tools vereinfacht. 
  • bessere Vereinbarkeit von Familie und Arbeit durch Home-Office 
  • Entstehung neuer Geschäftsmodelle
  • einfachere Umsetzung von internationalen Projekten durch Globalisierung und digitale Vernetzung
  • flexiblere Arbeitszeiten 

 

Wie integriere ich Arbeit 4.0 in mein Unternehmen?

Als erster Schritt auf dem Weg zur Arbeit 4.0 empfiehlt sich die Entwicklung eines Visionsbildes als Zielvorstellung bzw. einer Umsetzungsstrategie. Mit der erfolgreichen Entwicklung der eigenen Vision ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Arbeit 4.0 getan.

Der nächste Schritt ist die Umsetzung dieser Vision. Hierfür müssen konkrete Maßnahmen geplant und in ein Gesamtprojekt gebündelt werden. Die erste Aufgabe des oder der Projektverantwortlichen ist daher zunächst die Planung des Gesamtvorhabens (eine sog. Roadmap) und das Festlegen von geeigneten Maßnahmen. Es empfiehlt sich, eine funktionsübergreifende Projektgruppe zu gründen, welche gemeinsam für die erfolgreiche Umsetzung verantwortlich ist. Gegebenenfalls können bereits in die Visionsentwicklung eingebundene Mitarbeiter auch bei der Zusammenstellung der Projektgruppe berücksichtigt werden.

Gehen Sie nicht davon aus, dass Sie auf Anhieb Ihre Geschäftsaktivitäten gänzlich auf Arbeit 4.0 umstellen. Die Kultur eines Unternehmens lässt sich nicht unmittelbar umstellen. Es ist also eine Herangehensweise nötig, in welcher die Veränderungen mit abgestimmten Maßnahmen Schritt für Schritt angegangen und umgesetzt werden.

 

Barmer Studie - mobiles Arbeiten

Die umfangreiche Studie social health@work der BARMER und der Universität St. Gallen liefert wichtige Erkenntnisse darüber, wie sich die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitswelt und insbesondere die Effekte von Digitalisierung und mobiler Arbeit auf die Gesundheit von Erwerbstätigen und die Produktivität der Unternehmen in Deutschland auswirken.

56,1 % der Beschäftigten geben in der Studie der Barmer an, dass sie mobil arbeiten können. Für 43,9 % der Befragten ist dies bisher nicht möglich. 

Im Gegensatz hierzu geben 71,8% der Beschäftigten in Deutschland an, dass ihre Arbeit ganz oder zumindest teilweise für mobile Arbeit geeignet wäre. Dürften sie mobil arbeiten, so könnten sie sich dies für etwa die Hälfte ihrer regulären Arbeitszeit (53,8%) vorstellen. Nur 25,3% der Beschäftigten geben an, dass ihre Arbeit generell nicht für mobile Arbeit geeignet ist. Hierbei wird deutlich, dass es beim Ausbau der mobilen Arbeit noch deutliches Potenzial gibt. Für ca. 25% der Beschäftigten scheint mobile Arbeit in Zukunft möglich, wird heute aber noch nicht praktiziert. Dies kann ein Hinweis auf eine immer noch vorherrschende Präsenzkultur in einem relevanten Anteil der Firmen sein. Es ist übrigens keine Entscheidung zwischen nur präsent oder nur mobil. Beide Ausprägungen radikal zu leben, ist nicht das Ziel.

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Quelle: Studienbericht social health@work der BARMER

 

Wo wird mobil gearbeitet?

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Quelle: Studienbericht social health@work der BARMER

Durchschnittlich verwenden Beschäftigte, die (teilweise) mobil arbeiten, 9,2 Stunden pro Woche zur Kommunikation mit Kollegen (gesamte Kommunikationszeit). Bei nicht mobilen Beschäftigten sind dies 7,6 Stunden pro Woche. Beschäftigte, die (teilweise) mobil arbeiten, kommunizieren 30,2% ihrer gesamten Kommunikationszeit persönlich mit ihren Kollegen. Nicht mobile Beschäftigte kommunizieren zu 58,2% über persönliche Gespräche mit Kollegen.

 

Fazit: Mobile Arbeit in Deutschland

Mobile Arbeit ist ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags vieler Beschäftigter in Deutschland. Genutzt wird die neue Flexibilität auch an anderen Orten, zum Beispiel beim Kunden oder während des Pendelns. Die ortsunabhängige Arbeit ist dabei eng mit einer veränderten Kommunikation zwischen Kollegen verbunden – weg vom persönlichen Austausch und hin zur technologiegestützten Kommunikation. Die Zukunft wird zeigen, ob auch die ca. 25% der Befragten flexible Arbeitsorte und -zeiten werden nutzen können, für die dies generell möglich scheint, heute aber noch nicht praktiziert wird. Ferner gilt es zu klären, wie dieses Mehr an zeitlicher und örtlicher Flexibilität die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten beeinflusst und welche Gestaltungsfaktoren zu einem gesunden Umgang beitragen.

 

Auf welchem Stand befinden sich deutsche Unternehmen?

Aktuell nutzen sechs von zehn Industrieunternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern in Deutschland (59 Prozent) spezielle Anwendungen aus dem Bereich Industrie 4.0. Vor zwei Jahren waren es erst 49 Prozent. Zugleich hat sich der Anteil der Unternehmen, für die Industrie 4.0 gar kein Thema ist, seit 2018 von neun Prozent auf ein Prozent verringert. Demnach planen aktuell weitere 22 Prozent konkret den Einsatz spezieller Anwendungen für Industrie 4.0 – 17 Prozent können sich vorstellen, dies in Zukunft zu tun.

Je digitaler die Industrieunternehmen aufgestellt sind, desto schneller werden sie sich von den Folgen des Shutdowns erholen

 

Welchen Einfluss hat Corona?

Zu Beginn des Jahres 2020 hätte vermutlich niemand geahnt, wie schnell und tiefgreifend unsere Arbeitswelt durch die Corona- Pandemie auf den Kopf gestellt wird.

Die Pandemie hat massive Auswirkungen auf die Wirtschaft. Die meisten Szenarien für Wege aus der Krise hinaus haben eines gemein: Sie setzen auf eine konsequente Umsetzung digitaler Lösungen.

Die Corona-Krise hat die Digitalisierung im Allgemeinen beschleunigt. Diese Dynamik muss auch auf die spezifischen durch Industrie 4.0 adressierten industriellen Prozesse übertragen werden und die Aktivitäten zu Industrie 4.0 müssen verstärkt weitergeführt werden.

Die mit der vernetzten Industrie einhergehenden kurzen Produktionszyklen und die erhöhte Flexibilität ermöglichen im Zusammenspiel mit gezielter Datenanalyse Chancen für neue, bisher noch nicht bedachte Geschäftsmodelle. Unternehmen haben dadurch die Möglichkeit, sich breiter oder komplett neu aufzustellen und so neue Märkte zu erschließen.

 

Sollten Sie in Ihrem Unternehmen Handlungsbedarf entdeckt haben und möchten weitere Informationen erhalten, melden Sie sich gern und wir können ein unverbindliches Gespräch führen.

 

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JL

Autor:in für Liquam

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