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Click&Meet als Rettung der Händler in der Corona Pandemie?

30.03.2021
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Ist Click&Meet der von der Politik angepriesene Rettungsanker für den Handel? Es soll während der Corona-Pandemie als Übergangslösung genutzt werden und löst das Konzept Click&Collect ab, bei dem Waren nach vorheriger Bestellung lediglich abgeholt werden konnten. Anders als beim Click&Collect kann der Kunde nach vorheriger Reservierung wieder im Geschäft einkaufen. Der Nutzen für den Händler steht jedoch nicht immer im Verhältnis zum Aufwand und zu den Kosten. Kleinere beratungsintensive Geschäfte, wie z.B. Brautmodengeschäfte, Juweliere oder Optiker, können von dieser Regelung profitieren. Ob aber große Einkaufshäuser dieses Konzept ebenfalls anbieten bleibt abzuwarten. Laut einer Umfrage vom Handelsblatt, erwarten rund 53% der befragten Händler einen leichten oder zum Teil sogar sehr positiven Umsatzeffekt durch Click&Meet. 37% der Befragten hingegen bewerten Click&Meet mit hohen Kosten die den Aufwand überwiegen oder kaum einen Umsatzeffekt erzielen.

 

Wie kann sich Click&Meet für Händler lohnen?

Click&Meet ist keine Alternative zur regulären, vollständigen Öffnung. Sehr wohl kann das Konzept langfristig aber als Zusatzservice für Topkunden von den Händlern angeboten werden. Beim Personal-Shopping können durch die gezielte Beratung und die Personalisierung des Angebotes überdurchschnittliche Warenkörbe pro Kunde erzielt werden.

 

Um Click&Meet langfristig zu etablieren, müssten Händler aber ihr Geschäftsmodell anpassen, mahnt unser Geschäftsführer Sven Kramer gegenüber dem Handelsblatt. Einfach das alte Konzept mit Click&Meet anzubieten werde vielen Händlern wenig helfen. „Es könnte aber ein Anstoß sein, um neue Lösungen für das sich ohnehin verändernde Kundenverhalten zu finden“, rät er. Dann könne beispielsweise das Geschäft zum Showroom werden, und die eigentliche Leistung des Händlers liege in der Personalisierung des Angebots und in einer hohen Beratungs- und Servicequalität.

 

Die Händler sind durch neue Konzepte wie Click&Meet nun also in der Lage, sich auf den Kunden, der einen Termin gebucht hat, vorzubereiten. Zuvor waren die Kunden im Geschäft anonym und Händler haben versucht, über Kundenkarten oder ähnliches ihren Kunden besser kennenzulernen. Nun erhalten Sie wichtige Informationen bereits im Vorfeld und können u.U. bereits bei der Terminbuchung für sie wichtige Informationen abfragen.

 

Wie hätte der Handel dem Problem entgegenwirken können?

Händler die die Digitalisierung bereits vor der Corona Pandemie verschlafen haben, haben es in der aktuellen Krise schwer. Sie müssen nicht nur in neue IT-Strukturen investieren, sondern, ihre gesamten Kapazitäten in den verschiedensten Bereichen ausbauen. Händler die sich bereits vor der Krise digital aufgestellt haben und intern den Transformationsprozess vollzogen haben, profitieren davon besonders in dieser Krise. Insbesondere Multi- und Omnichannel-Händler haben die Nase vorn und sind sogar mit Online-Pure Playern auf Augenhöhe.

 

Um sich gegen die starke Konkurrenz behaupten zu können, lohnt es sich auch, kreativ zu sein und Trends zu beobachten. So ist zum Beispiel das Livestream-Shopping, das in China bereits ein Mega-Erfolg ist, womöglich auch der nächste große Meilenstein im E-Commerce in Deutschland. Aufgrund der rasant steigenden Umsätze über das Liveshopping in China gibt es dort sogar inzwischen ein eigenes College, an dem Liveshopping Experten ausgebildet werden. Auch immer mehr Influencer in Deutschland nehmen ihre Follower mit in die Geschäfte und empfehlen ihnen vor Ort ausgewählte Produkte. Diesem Trend folgen inzwischen nicht nur große Marken und Händler, auch für kleine Shops kann es sich lohnen. Wichtig zu beachten ist, dass für die Kunden ein gewisser Entertainment-Faktor gegeben ist und kein Medienbruch zwischen Entertainment, Produktinformation und Shopping entsteht. Erfolgsgeschichten aus China zeigen, dass sich insbesondere Konsumartikel wie Kosmetik und Schmuck über das Live-Shopping verkaufen lassen. Etwa 80% der Zielgruppe besteht aus jungen Personen unter 30 Jahren.

 

Fazit

Die Digitalisierung in Deutschland und die digitale Transformation ist in vielen Branchen noch nicht angekommen. Welche fatalen Folgen dies hat sehen wir unter anderem am Beispiel vieler Händler während der Corona Pandemie. Das Anbieten von übergestülpten Konzepten wie Click&Meet hilft oft nicht. Neue innovative Konzepte und digitale Geschäftsmodelle müssen erarbeitet werden, um langfristig erfolgreich zu sein und sich dem sich stetig veränderndem Kundenverhalten agil anzupassen.

 

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