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Kurz erklärt: Digitale Geschäftsmodelle und ihre Relevanz im Zeitalter der Digitalisierung

11.12.2019
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Egal auf welche Konferenz man geht, immer wieder hört man namenhafte Speaker von neuen digitalen Geschäftsmodellen reden. Und davon, dass man sich diesem Thema widmen und als Unternehmen digitale Geschäftsmodelle entwickeln soll. Auch bei unseren Vorträgen versuchen wir stetig Unternehmen, Geschäftsführer und Vorstände davon zu überzeugen, warum digitale Geschäftsmodelle so wichtig sind. 

 


Im Liquam Blogcast stellen wir unsere Blogbeiträge als vertonte Fassung „to-go“ zur Verfügung.
Der Blogcast ist verfügbar bei:
Soundcloud, iTunes und Spotify.

Es geht dabei aber nicht darum, das bereits bestehende Geschäftsmodell in Zeiten der Digitalisierung “einfach” nur digital abzubilden. Es geht hierbei vielmehr um eine ganzheitliche Transformation. Digitale Geschäftsmodelle sind für uns das Produkt der eigentlichen digitalen Transformation. Eine passende Definition hierfür liefert Gartner: „Digitalisierung ist der Einsatz digitaler Technologien, um ein Geschäftsmodell so zu verändern, dass neue Möglichkeiten für Umsatz und Wertschöpfung geschaffen werden. Es ist der Prozess eines Übergangs zu einem digitalen Geschäft(smodell).“ (Gartner Inc.)

Klassifizierung und Arten von Geschäftsmodellen

Unternehmen können sich in ihrem Aufbau unterschiedlich strukturieren. Generell gibt es in dieser Struktur vier unterschiedliche Klassifizierungen:

  • Vertikales Business: Beschreibt ein Unternehmen, welches sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufstellt und Produkte anbietet. Beispiel: C&A.
  • Horizontales Business: Beschreibt ein Unternehmen, welches seine eigenen Produkte und zusätzlich auch noch Produkte anderer Branchen verkauft. Beispiel: Banken bieten nicht nur das Banking, sondern auch Versicherungsprodukte.
  • Plattform: Wenn ich das horizontale Business nun nicht mehr selber mache, sondern nur noch als Vermittler agiere, dann bewege ich mich bereits in einer Plattform. Beispiel: check24.
  • Plattform Ökonomie: Die Kirsche auf der Sahne ist dann die Plattform Ökonomie. Sprich, wenn Plattform und vertikales Business sich vereinen. Beispiel: Amazon.

blog_strukturierung_geschäftsmodelle

In den letzten Jahren gibt es diverse verschiedene Modelle, um ein digitales Geschäftsmodell aufzuziehen und damit neuen Umsatz zu genieren. Einige erfolgreiche und bereits etablierte Modelle sind:

  • E-Commerce: Elektronischer Handel mit materiellen Gütern.
  • Plattform: Verknüpfung von Marktakteuren.
  • Freemium: Basisprodukt wird gratis angeboten. Vollprodukt ist kostenpflichtig.
  • Subscription: Mitglieder- und Aboprinzip.
  • Pay-per-Use: Bezahlung für Verbrauch.
  • Daten: Handel und Nutzung relevanter Daten.

Welches Modell für das eigene Unternehmen oder angebotenen Services das Richtige ist, muss letztlich jedes Unternehmen für sich bewerten und ist auch immer vom angebotenen Service oder Produkt abhängig.

Digitale Geschäftsmodelle at its best:

Das wohl erfolgreichste und innovativste Unternehmen hinsichtlich digitaler Geschäftsmodelle und Plattform Ökonomie ist Amazon. Amazon hat es geschafft, vom Bücher-Online Händler zum Weltmarktführer zu werden. Amazon ist heute kein Handelsunternehmen mehr, sondern ein Technologie- und Marketingunternehmen. Amazon schafft es, den Kunden in jeder Lebenssituation zu monetarisieren. Als Kunde muss ich Amazon grundsätzlich nicht mehr verlassen, ich kann dort alles erwerben - vom Konto bis zur Versicherung. Der entscheidende Erfolgsfaktor von Amazon ist es, dass sie einzelne Services quer subventionieren. Für Amazon zählt weniger, ob ein einzelner Service profitabel oder defizitär ist. Es zählt nur die Gesamtprofitabilität. Amazon hat es geschafft, dass Unternehmen heute abhängig von ihm sind. Produkte, die erfolgreich sein sollen, werden auf Amazon verkauft. Netflix zum Beispiel ist in der Amazon Cloud (AWS) gehostet. Und das, obwohl Amazon selbst einen Streaming Dienst anbietet.

Ein weiteres Beispiel für ein erfolgreiches digitales Geschäftsmodell ist Netflix. Was viele nicht wissen oder nicht auf dem Schirm gehabt haben, ist, dass Netflix 1997 gegründet wurde und damals noch DVD online verschickt und vermietet hat - als Alternative zur Videothek. Erst 2017 erreichten sie dann den enormen Durchbruch. Seither kennt man Netflix als Marktführer im On-Demand-Streaming.

Fazit

Aktuell wird der Markt bereits von großen namenhaften Plattformen und Plattform-Ökosystemen beherrscht. Kundenzugang muss sich derzeit bereits teuer bei diesen Marktakteuren eingekauft werden. Wichtig ist also, dass Sie sich von dem Gedanken lösen müssen, dass jeder Service und jedes Produkt profitabel sein muss. Um den Kundenzugang zu halten oder auszubauen bedarf es ggf. diverser Services, die Kundenbedürfnisse befriedigen und eine Customer Excellence erzeugen. Wenn dieser Service defizitär ist, aber Sie dadurch den Kundenzugang sichern, ist er notwendig.

Kontaktieren Sie uns gerne, um weitere Informationen zu erhalten oder wenn Sie sich dazu unverbindlich mit uns unterhalten wollen.

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Christin Schwab

Christin Schwab ist Digital Consultant bei der Liquam GmbH.

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