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Sind App Clips die Antwort von Apple auf Super-Apps?

28.07.2020
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In einem unserer letzten Blogbeiträge haben wir uns mit dem Thema Super-App auseinandergesetzt. Super-Apps kommen vor allem aus Südostasien, Indien und China. Namenhafte Super-Apps sind u.a. WeChat oder Alipay. In diesem Artikel beschäftigen wir uns vor allem mit der Fragestellung, welche Anwendungsmöglichkeiten App Clips bieten und welcher Zusammenhang zu Super-Apps bestehen könnte.

Im Liquam Blogcast stellen wir unsere Blogbeiträge als vertonte Fassung „to-go“ zur Verfügung.
Der Blogcast ist verfügbar bei: Soundcloud, iTunes und Spotify.

Was ist App Clips?

Auf der diesjährigen WWDC (Worldwide Developers Conference), der Entwicklerkonferenz von Apple, wurde eine neue iOS-Version vorgestellt. Für alle nicht Apple-Nutzer, iOS ist das Betriebssystem für iPhone, den Mac, etc. Ein neues Feature des angekündigten Betriebssystems sind App Clips.

Mit App Clips schafft Apple keine bahnbrechende Weltneuheit, sondern ermöglicht vielmehr für spezielle kurze Anwendungen eine App temporär (maximal 30 Tage) herunterzuladen ohne dabei Platz auf dem Homescreen wegzunehmen.

Wie funktioniert App Clips?

Diese temporären „Mini-Apps“ dürfen eine maximale Größe von 10MB umfassen. Mit Hilfe eines QR-Codes oder einem NFC-Tag, lässt sich der Download starten. Darüber hinaus könnte ein App Clip auch als Banner in Safari oder bei dem Besuch eines bestimmten Ortes angezeigt werden. Apple ermöglicht so dem Nutzer schnell bestimmte Dienste herunterzuladen(temporär) ohne eine notwendige Registrierung, die häufig bei unterschiedlichen Apps notwendig ist.

Durch „Mit Apple anmelden“ bzw. bei bezahlten Diensten über Apple Pay wird diese Authentifizierung so vorgenommen.

Welche Anwendungsmöglichkeiten könnte es geben?

Grundsätzlich sind den Anwendungsmöglichkeiten keine Grenzen gesetzt. Vor allem bspw. die Buchung von einem Scooter oder die Zahlung einer Parkuhr sind denkbare Szenarien. Anstatt aus jeder Stadt oder von jedem Scooter-Anbieter eine App herunterzuladen, kann ich mit App Clips dem Nutzer ein deutlich angenehmeres Erlebnis bieten.  

Aber auch Restaurants oder Eisdielen könnten diese Funktion nutzen und beispielsweise Vorbestellungen ermöglichen und so längere Wartezeiten vermeiden oder einfach nur durch App Clips mobile Zahlungen anbieten.

Spieleanbieter könnten dem Nutzer so einen kurzen Einblick in das eigene Spiel geben und somit direkt in das Gameplay einführen.

App Clips anstatt Super-App?

Die Grundlage einer Super-App ist immer eine App, die viele Nutzer vereint. Social Media oder Messaging bieten hierfür oft diese Grundlage. WeChat ist beispielsweise das chinesische Pendant zu WhatsApp und hat somit sehr viele Nutzer durch den angebotenen Kommunikationsservice. Aufbauend auf diesem Service fügt WeChat weitere Anwendungen in die App ein. Für die Weiterentwicklung der Super-App wird als nächster Schritt häufig eine Payment-Methode in die Super-App eingebaut.

Auf Basis der Super-App in Kombination mit entsprechender Payment-Möglichkeit können dann Dritte eigene Dienste „Miniprogramme“ entwickeln, die in der Super-App aufgenommen werden.

Vor allem Facebook hat sowohl mit Facebook, Instagram und WhatsApp natürlich sehr viele Möglichkeiten sich als DIE Super-App in der westlichen Welt zu entwickeln. Dafür sprechen die Bemühungen seitens Facebook auch eine Zahlungsmöglichkeit einzuführen. Nachdem Libra (die eigene Facebook Währung) gescheitert ist, wurde mit WhatsApp Pay, am 15.06.2020 in Brasilien gestartet. Nach einer guten Woche in Betrieb allerdings bereits von der brasilianischen Zentralbank vorerst gestoppt.

Wo kommt jetzt Apple ins Spiel und was haben App Clips mit Super-Apps zu tun?

Apple ist bekanntlich kein Unternehmen, welches einen Dienst bzw. eine App entwickelt hat, sondern hat ein viel besseres Tool zur Steuerung, nämlich das Device bzw. das eigene Betriebssystem iOS.

Anstatt, dass der Nutzer sich in einer App anmelden und seine Daten eingeben muss, hat der Apple Nutzer eine Apple ID, wo ohnehin seine Daten hinterlegt sind.

Zusätzlich hat Apple mit dem eigenen Bezahldienst Apple Pay ebenfalls diesen „Meilenstein“ einer Super-App erreicht bzw. geschaffen. Somit ist der nächste logische Schritt in der Welt der Super-Apps jetzt das Anbauen bzw. Hinzufügen von Miniprogrammen in Form von App Clips.

Fazit

Es bleibt abzuwarten, inwieweit App Clips erfolgreich sein wird. Google hat mit Instant Apps, einem sehr ähnlichen Produkt, bis dato noch nicht so starken Erfolg verzeichnet.

Allerdings sind neue Entwicklungen aus Cupertino (Hauptsitz von Apple) häufig wegweisend und finden schneller eine große Anhängerschaft.

Vor allem wird es wichtig, dass Entwickler entsprechende Miniprogramme bauen, die dann auch genutzt werden können. An der Anzahl von mögliche Anwendungsbereichen sollte es nicht scheitern, hier gibt es unzählige Optionen und Ideen.

Apple hat durch das eigene Betriebssystem jegliche Voraussetzungen von Haus aus für eine Super-App. Letztendlich geht es darum, dass der Nutzer mehr Zeit in dem eigenen Ökosystem verbringt ohne dieses zu verlassen. Dafür könnte Apple mit App Clips einen weiteren Schritt in Richtung Super-App getätigt haben, wobei in diesem Fall der Begriff sicher nicht ganz passend wäre. 

Kontaktieren Sie uns gerne, um weitere Informationen zu erhalten oder wenn Sie sich dazu unverbindlich mit uns unterhalten wollen.

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Tobias Wulf

Consultant bei der Liquam GmbH

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